
Ca. 240 Seiten, mit separatem Bildteil
13,5 x 21 cm, gebunden mit Schutzumschlag
17,90 EUR (D), 31,70 sFr, ISBN 978-3-89602-753-5
Erscheinungstermin: 15. März 2007
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin
Bestellung über: www.schwarzkopf-schwarzkopf.de
»Heimat ist dort, wo der Mensch alles, fast alles, das erste Mal getan, empfunden und erduldet hat. Es sind wie so oft die ganz kleinen Dinge, die bleiben, weil sie berührten.«
Aus einem Glaskrug seines Vaters trinkt Gunther Emmerlich noch heute sein Feierabendbier. Das Tonfass, das seinem Großvater vor hundert Jahren zur Zubereitung von Senfgurken diente, steht nun auf dem Balkon des Sängers - Blumen wachsen darin. Auch verblichene Bilder und die Feldpost seines Vaters, in der die einzigen Worte stehen, die dieser je an seinen Sohn gerichtet hat, gehören zu diesen ganz kleinen Dingen.
Heimat - das ist für Gunther Emmerlich Eisenberg im Thüringer Wald, wo er geboren wurde und aufwuchs. Aus Eisenberg bringt er herrliche Geschichten mit: Er erzählt von dem gerollten R der Sudetendeutschen, die die Familie in den Nachkriegswirren beherbergte, von erholsamen Nickerchen zwischen Heidelbeersträuchern und Steinpilzen, von seinem ersten Fahrrad mit Gesundheitslenker oder von der perfekten Arschbombe im Freibad von Bad Köstritz am Tage des Wunders von Bern.
In seiner Autobiographie »Ich wollte mich mal ausreden lassen« versammelt Gunther Emmerlich Erlebnisse aus seiner Kindheit und Jugend neben vielen anderen Anekdoten, beispielsweise aus seiner Zeit als Opernsänger in Dresden, von zahlreichen Urlauben in Ahrenshoop oder einem Gastauftritt in der Sowjetunion. Diese Geschichten, die berühren, empören und zum Lachen bringen, sowie ein umfangreicher Bildteil mit Fotografien des Sängers und Entertainers zeigen Gunther Emmerlich von seiner ganz privaten Seite.
DAS BUCH
Gunther Emmerlich lässt den Leser in seiner Autobiographie an verschiedenen Episoden aus seinem Leben teilhaben, die amüsieren, aber auch zum Nachdenken anregen. »Das Guntherle« erzählt von frühen Kindheitserinnerungen an den Großvater und dessen Kolonialwarenladen. Im Kapitel »Ostdeutschland - Westlich von Leningrad« nimmt Emmerlich die Leser mit auf seine Reisen nach Leningrad, erzählt von Jazzsessions im Hotel »Sowjetskaja«, die ebenso spontan wie verboten waren. In »Kishon war kein Einzelfall« berichtet der Künstler von einem unfreiwillig komischen Auftritt in einem zu großen Smoking, der auf die Schnelle passend gemacht wurde: »Das Publikum fand mich vielleicht körperlich etwas steif und war auch irritiert, als bei einer Sarastro-Arie plötzlich eine rote und dann eine gelbe Wäscheklammer hinter mir zu Boden fielen«, erinnert sich Emmerlich. Gleichzeitig ist das Kapitel eine rührende Liebeserklärung an seine Frau Anne-Kathrein.
Er widmet guten Freunden wie seinem Pianisten Klaus Bender und Ilja Richter eigene Kapitel, aber auch seiner Stasi-Akte. Die einzelnen Geschichten zeichnen in ihrer Gesamtheit das Bild eines Mannes, der seinen Beruf und sein Publikum liebt, die Widrigkeiten vor und nach dem Mauerfall immer erkannt und benannt hat und doch stets das Glas als halb voll betrachtet.
»Ich wollte mich mal ausreden lassen« versammelt Erinnerungen an Kindheit und Jugend, an Familie, Freunde, Kollegen und an die - in der DDR manchmal schwierige - Karriere von Gunther Emmerlich und setzt sich kritisch mit Ost und West auseinander. Das Ergebnis: Ein kluger, mit viel (Wort-)Witz und Charme geschriebener, intimer Einblick in Emmerlichs Leben - wunderbar unprätentiös.
224 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
17,90 EUR (D), 31,70 CHF (UVP),
ISBN 978-3-89602-949-2
Erscheinungstermin: 15. März 2010
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin
Bestellung über: www.schwarzkopf-schwarzkopf.de
DAS BUCH
Schon 2007 hatte Gunther Emmerlich seine Freude am Schreiben entdeckt – und sein Talent dafür. Sein erstes Buch Ich wollte mich mal ausreden lassen wurde ein voller Erfolg, und damals schrieb er mehr im Spaß: »Mein Beruf gehört bei mir auch zu den schönen Dingen des Lebens, mittlerweile auch das Schreiben. Darüber bin ich sehr glücklich. Das ist eine Drohung!«
Diese »Drohung« hat er nun, zur Freude seiner vielen Fans, endlich wahrgemacht: In ZUGABE. Anekdoten, Ansichten und anderes erzählt Gunther Emmerlich mehr aus seinem bewegten Leben: Erlebtes und Gedachtes, Freudiges und Heiteres, Trauriges und Wehmütiges, Denk- und Erinnerungswürdiges.
Wie gewohnt erzählfreudig und humorvoll setzt sich der Autor mit den verschiedensten Themen auseinander: mit dem Altwerden und dem Jungbleiben, mit Heimat und Fremde, mit Barkeepern und Gauklern, mit Ritualen und Ungewohntem, mit Fans und Stars, mit Verständlichem und Missverständlichem, mit Familie, Freunden und Schwiegermüttern. Seine geistreichen Anekdoten sind Streifzüge durch Ost und West, durch Politik und Geschichte, durch Kunst und Kultur – kenntnisreich, selbstironisch, mit ernstem Anliegen und doch augenzwinkernd.
»Alle Sänger helfen sich vor der Vorstellung mit den unterschiedlichsten Ritualen, um den Anforderungen des Abends gerecht zu werden. Es sind Rituale des Glaubens, des Aberglaubens und der völligen Gottlosigkeit. Der Glaube ans Ritual muss unerschütterlich sein. Egal, was da gelutscht, getrunken und massiert wird, es hilft vor allem dem Kopf und ist somit unerlässlich.
Ein großes Thema mit kontroversesten Ansichten ist das Essen am Tag der Vorstellung. Mögen es andere anders machen, ich habe für mich entschieden: Am Tag der Vorstellung oder des Konzertes gut frühstücken, kein Mittagessen und am späten Nachmittag ein Butterbrötchen mit etwas Salz. Dazu einen doppelten Espresso. Unmittelbar vor der Vorstellung ein nicht-finnisches Bonbon. Ein kräftiges ›toi, toi, toi‹ beschließt die Vorbereitungen, auf dass der Gesang für die Zuhörer und auch für den Verursacher eine Lust werde. Dieses berühmte ›toi, toi, toi‹ hat nichts mit dem Teufel zu tun, sondern ist das lautmalende, glückverheißende Bespucken über die linke Schulter. Es hilft noch mehr, wenn man sich dafür nicht bedankt. Warum? Keine Ahnung. Es ist so.«
Gunther Emmerlich